Ballo della Battaglia - Klage des Friedens - Festival Alte Musik Knechtsteden

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Montag, den 23.09.2024

20:00

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Preisinformationen

12,25 € - 35,15 € "Wenn mich unschuldig zu verjagen, für die Sterblichen günstig wäre, würde ich nur beklagen, dass mir Unrecht und Härte zuteilwird. Nun aber verstopfen sie mit meiner Vertreibung sich selbst die Quelle alles menschlichen Glücks und verschaffen sich eine Flut von Unheil. Da muss ich über das Unglück jener mehr Tränen vergießen als über meinen Schaden." So lässt der Humanist Erasmus von Rotterdam die Friedensgöttin Pax in seiner "Klage des Friedens" aus dem Jahr 1517 über ihr Schicksal sprechen. Sie beklagt, dass sie nirgends einen ruhigen Platz findet, an dem sie ihre fruchtbare Wirkung für die Menschheit entfalten kann.

Erasmus liest den Geistlichen und Herrschern seiner Zeit die Leviten, indem er ihnen ständig den Widerspruch vor Augen hält, sich zum christlichen Glauben zu bekennen und ihm gleichzeitig entgegenzuhandeln. Die vielen Gründe, die von Herrschern als Ursachen für Kriege genannt werden, geißelt er als kleinlich und nichtig. Der kriegerischen Gegenwart stellt er die Utopie einer sich friedlich entwickelnden, vernünftig handelnden Gesellschaft entgegen. "Frieden ist machbar", lautet die Botschaft von Erasmus, ein Appell, der auch 500 Jahre später nichts an Aktualität verloren hat.

Die pazifistische Textvorlage wird zur Reibungsfläche für Instrumentalkompositionen des Barock. Das Programm eröffnet eine Suite mit Auszügen aus Händels kriegerischen Opern "Alcina" und "Rinaldo", denen die abenteuerlichen Episoden aus dem Kreuzfahrer-Epos "Gerusalemme liberata" (Das befreite Jerusalem) zu Grunde liegen. Auch Geminianis mystisches "The enchanted Forest", fußt auf diesem im 18. Jahrhundert hochpopulären Texten des Italieners Torquato Tasso. Vom Habsburger Hof erklingt u.a. Musik Johann Heinrich Schmelzers, dessen Werke unter dem Eindruck des 30jährigen Krieges auf den allgegenwärtigen Tod als Teil der damaligen Lebenswelt verweisen. Eine nahezu utopische Musik setzt schließlich ein Zeichen für die Hoffnung auf Versöhnung: Rameaus himmlisch entrückte "Entree de Polymnie" aus seiner letzten "Oper Les Boréades".

PROGRAMM
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Suite aus den Opern "Alcina" und "Rinaldo"

Francesco Geminiani (1687-1762)
Auszüge aus "The enchanted forest"

Bernardo Storace (1637-1707)
Ballo della Battaglia

Alessandro Poglietti (†1683)
Sonata a tre C-Dur

Antonio Vivaldi (1678-1741)
Concerto "Il Gardellino"
Concerto "La Notte"
Sinfonia zu "Armida al campo d’Egitto"

Johann Heinrich Schmelzer (1623–1680)
Fechtschule á 4 G-Dur

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704)
Sonata X aus "Sonatae tam aris quam aulis servientis"

Jean-Philippe Rameau (1683-1764)
"Entree de Polymnie" aus "Les Boréades"

AUSFÜHRENDE
Dorothee Oberlinger - Blockflöte
Ute Hartwich - Trompete
Michael Witte - Lesung
Akademie für Alte Musik Berlin (AKAMUS)

Ermäßigungen erhalten Schüler*innen, Student*innen, Auszubildende, FSJler*innen oder BFDler*innen (bis 27 Jahre), Empfänger*innen von Bürgergeld sowie Schwerbehinderte mit einem Behindertengrad ab 80% gegen Vorlage des entsprechenden Nachweises.

Berechtigte Begleitpersonen (B im Behindertenausweis) erhalten eine kostenlose Eintrittskarte (nur über die Hotline 0221-2801 buchbar).

Veranstalter

Festival Alte Musik Knechtsteden e.V.
Ostpreußenallee 5
41539 Dormagen

Autor:in

KölnTourismus GmbH
Kardinal-Höffner-Platz 1
50667 Köln

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Schloss Arff
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50769 Köln
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